Berechnung der Zylinderlaufbuchse
Zylinderlaufbuchsen gehören zu den am stärksten belasteten Motorbauteilen. Sie sind Beanspruchungen durch Verbrennungsgaskräfte, Kolbenseitenkraft und thermische Lasten ausgesetzt. Die harten Betriebsbedingungen erfordern die Fertigung der Laufbuchsen aus hochwertigen legierten Gusseisen (SCh28-48, SCh35-56) oder aus Stahl. Die Festigkeitsberechnung berücksichtigt nur die primären Lasten: maximalen Gasdruck, Kolbenseitendruck und den Temperaturgradienten über die Wandstärke der Laufbuchse. Die kritischste Beanspruchung wird durch den maximalen Verbrennungsdruck Pz verursacht, der den Zylinder entlang seiner Erzeugenden und um seinen Ringquerschnitt dehnt (Abb. 5.1)

Die wesentlichen konstruktiven Abmessungen der Zylinderlaufbuchse werden so gewählt, dass die für die Vermeidung von Ovalisierung bei Montage und Betrieb des Motors erforderliche Festigkeit und Steifigkeit gewährleistet ist. Die zunächst nach konstruktiver Konvention gewählte Wandstärke wird anschließend anhand der Formel für zylindrische Hülsen überprüft.
Berechnete Wandstärke der Zylinderlaufbuchse, m
Zugspannung in der Zylinderlaufbuchse aus maximalem Gasdruck, MPa
Thermische Spannung in der Zylinderlaufbuchse, MPa
Kombinierte Spannung in der Zylinderlaufbuchse aus Gasdruck und Temperaturdifferenz, MPa.
Außenfläche
Innenfläche
Berechnung der Zylinderkopfstehbolzen
Tragende Stehbolzen dienen zur Befestigung des Zylinderkopfes am Block/Kurbelgehäuse. Ihr Beanspruchungszustand wird durch die Vorspannkraft, den Gasdruck sowie die aus Temperaturdifferenzen und dem linearen Wärmeausdehnungskoeffizienten von Kopf-, Block-/Kurbelgehäuse- und Zylinderwerkstoff resultierende Last beeinflusst. Anzahl der Stehbolzen, deren Vorspannung und ihre konstruktiven Abmessungen müssen sicherstellen, dass der Kopf sicher auf dem Block aufliegt. Das Berechnungsschema der Stehbolzen ist in Abb. 5.2 dargestellt.
Stehbolzen werden aus hochelastischen Kohlenstoffstählen oder hochlegierten Stählen (18KhNMA, 18KhNVA, 40KhNMA) gefertigt.
Bei kaltem, stillstehendem Motor werden die Stehbolzen durch die Vorspannkraft, MN, belastet, die nach der Formel bestimmt wird
Die im Stehbolzen auftretenden maximalen und minimalen Spannungen, MPa, werden im Stehbolzenquerschnitt unter Berücksichtigung des Gewindekerndurchmessers bestimmt
Mittelspannung und Zyklusamplitude, MPa
Der Sicherheitsfaktor des Stehbolzens muss größer als 2 sein
Berechnung der Kolbengruppe
Kolbenberechnung
Der Kolben, schematisch in Abb. 5.3 dargestellt, ist das am stärksten belastete Element der Kolbengruppe: Er hält hohen Gas-, Massen- und thermischen Lasten stand, weshalb an seinen Werkstoff erhöhte Anforderungen gestellt werden. Er wird überwiegend aus Aluminiumlegierungen, selten aus Gusseisen gefertigt.
Die Nachweisberechnung der Kolbenelemente erfolgt ohne Berücksichtigung veränderlicher Lasten, deren Größe stattdessen in den entsprechenden zulässigen Spannungen abgebildet ist. Berechnet werden Kolbenboden, Kopfwand, oberster Ringsteg, Tragfläche und Kolbenschaft.
Biegespannung im Kolbenboden, MPa
Druckspannung im Schnitt x-x, MPa
Zug-(Zerreiß-)Spannung im Schnitt x-x, MPa
Spannungen im obersten Ringsteg:
Maximaler spezifischer Druck, MPa, des Kolbenschafts (h_ubk = 0,053 m) und der Seitenfläche (H_ubk = 0,076 m) gegen die Zylinderwand
Durchmesser von Kolbenkopf und Kolbenschaft, m
Um ein Festfressen des Kolbens im Motorbetrieb zu verhindern, werden der Kopfdurchmesser Dg und der Schaftdurchmesser Du anhand der erforderlichen Spiele Δg und Δu zwischen Zylinder- und Kolbenwand im kalten Zustand bestimmt. Nach statistischen Daten gilt für Aluminiumkolben mit massivem (ungeschlitztem) Schaft: Δg = (0,006–0,008)·D und Δu = (0,001–0,002)·D; für Gusseisenkolben: Δg = (0,004–0,006)·D und Δu = (0,001–0,002)·D. Nach Bestimmung von Δg und Δu werden folgende Abmessungen berechnet
Berechnung des Kolbenrings
Ringdruck auf die Zylinderwand
| ψ, ° |
0 |
30 |
60 |
90 |
120 |
150 |
180 |
| μk |
1.05 |
1.05 |
1.14 |
0.90 |
0.45 |
0.67 |
2.85 |
| p, MPa |
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Berechnung des Kolbenbolzens
Ovalisierungsspannung an der Außenfläche des Bolzens, MPa:
Ovalisierungsspannung an der Innenfläche des Bolzens, MPa:
Berechnung der Pleuelbaugruppe
Berechnung des kleinen Pleuelauges (Kolbenbolzen)
Die berechneten Elemente der Pleuelgruppe sind: das kleine Pleuelauge, das große Pleuelauge, der Pleuelschaft und die Pleuelschrauben. Pleuel werden aus Stahl mit hoher Festigkeit und hoher Streckgrenze (40Kh, 18KhNVA, 49KhNMA) gefertigt.
Das kleine Pleuelauge wird im Schnitt I-I (Abb. 5.6) auf Zugversagen unter den Massenkräften der oszillierenden Massen der Kolbenbaugruppe und des kleinen Pleuelauges selbst überprüft.
Berechnung des Pleuellagers (großes Pleuelauge)
Berechnung des Pleuelschafts
Der Pleuelschaft wird auf Dauerfestigkeit unter den während des Motorbetriebs auftretenden wechselnden kombinierten Kräften überprüft.
Berechnung der Pleuelschrauben
Pleuelschrauben müssen eine hohe Festigkeit und Zuverlässigkeit aufweisen. Sie werden aus den Stahlsorten 35Kh, 40Kh, 45KhMA gefertigt.
Berechnung der Kurbelwellenbaugruppe
Die Kurbelwelle ist eines der komplexesten Bauteile und arbeitet unter veränderlichen Kräften und Momenten.
Es wird eine vereinfachte Kurbelwellenberechnung durchgeführt, um den spezifischen Flächendruck am Hubzapfen sowie den Torsions-Sicherheitsfaktor der Grund- und Hubzapfen und die Spannung im Hubzapfen und in der Kurbelwange aus den Maximalkräften K und T zu bestimmen.
Beispiel-Eingabedaten: Kräfte K = 38,52 kN, T = 8,94 kN; Hubzapfendurchmesser d_shsh = 0,053 m (außen), d_shsh_vn = 0,027 m (innen); Armlängen L_kv = 0,091 m, l_kv_1 = 0,046 m, l_kv_2 = 0,046 m; a_kv_1 = 0,017 m; Wangenbreite und -höhe b_kv_sch = 0,023 m, h_kv_sch = 0,046 m; Zapfenüberdeckung X_kv = 0,024 m; Kurbelradius R = 0,04 m; Wellenwerkstoff — Stahl 45Kh.
Bestimmung der Auflagerreaktionen,
Berechnung des Hubzapfens
Berechnung der Kurbelwange
Die Kurbelwange erfährt Druck- oder Zugspannung aus der Kraft K, Biegespannung in der Kurbelebene aus der Kraft K, Biegespannung in der zur Kurbel senkrechten Ebene aus der Kraft T sowie Torsionsspannung aus der Kraft T.
Druck-(Zug-)Spannung,
Biegespannung in der Kurbelebene aus der Kraft K,
Biegespannung in der zur Kurbel senkrechten Ebene aus der Kraft T,
Torsionsspannung aus der Kraft T,